Vorgeschichte
Gleich nach Kriegsbeginn (24.02.2022) führte Bänz Margot mit einem rasch aufgestellten lokalen Team erste spontane Evakuierungen durch, auch aus den neu besetzten und hart umkämpften Gebieten. Mit den Bussen lieferten sie bei der Rückfahrt jeweils auch Lebensmittel und Kinderprodukte in die Frontregion, um den noch zurückgebliebenen Menschen zu helfen.
Abgesehen davon war Bänz Margot auf verschiedentliche Weise aktiv via Optimierung und Vermittlung von regionalen und internationalen Hilfsaktivitäten.
Verein Human Front Aid
Odesa, Januar 2025
Am 28.03.2022 wurde das Nothilfeprojekt Human Front Aid offiziell als Verein in der Schweiz registriert. Dieser spezialisierte sich auf direkte, finanzielle, individuelle Nothilfe – Emergency Cash Help – für diejenigen, die es am härtesten getroffen hat: Alleinerziehende Mütter, Familien, die ihr Zuhause komplett verloren haben, Menschen mit einer Behinderung, Kranke und ältere Personen. Insbesondere Binnenflüchtlingen aus den stark umkämpften oder besetzten Gebieten wird geholfen. Diese einmalige Hilfe beträgt normalerweise zwischen CHF 20 und 200 pro Familie oder Person.
2024 hat sich Human Front Aid dank zunehmenden Spenden, für welche wir einen ganz grossen Dank ausdrücken möchten, entfalten, und deutlich mehr Menschen helfen können, sei es auch manchmal unter Raketenhagel.
Unsere effizienten Hilfsstrukturen sind aber wegen mangelnden finanziellen Mitteln weitaus nicht ausgeschöpft. In der Ukraine, in welcher das Sozialsystem schon vor dem Krieg katastrophal war, benötigen gemäss der UN zurzeit etwa 15 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.
Aufgrund des Vorankommens der russischen Armee in gewissen Zonen der Ostukraine (Bachmut, Pokrowsk usw.) sind neue Wellen von Binnenflüchtlingen in Odesa und anderen relativ sicheren Orten angekommen, die dringend Hilfe brauchen: Notunterkunft, Nahrungsmittel, Medikamente, Windeln und andere Produkte für Kinder.
Leider gibt es Hinweise auf massive Reduzierungen in der internationalen humanitären Hilfe für die Ukraine in der nahen Zukunft.
Wie die individuelle Emergency Cash Help funktioniert
- Vor Ort in Odesa, sowie neu in Dnipro und Krivograd: verschiedene lokale Hilfswerke wählen nach gründlichen Überprüfungen der einzelnen Schicksale (Anwesenheit von Kindern, Invalidität oder medizinische Bedürfnisse) die Familien aus, welche die Hilfe am meisten benötigen.
Diese werden an eine Verteilungsaktion eingeladen. Dort entscheidet HFA nach Prüfung der Dokumente und der Situationen über den genau geleisteten Betrag für jede Familie. Das Geld wird bar übergeben, die Details dokumentiert und der Gelderhalt unterschrieben.
- Via mobile Teams: Dank diesen sind wir mittlerweile in mehreren Oblasts (Regionen) aktiv: Mikolajev, Cherson, Saporischschja. Hier arbeiten wir mit lokalen Sozialarbeitern, welche die dortigen Realitäten und Hilfsbedürfnisse kennen.
Unser mobiles Team schreitet nach Prüfung der vorgeschlagenen Fälle und unserer Datenbanken ein und übergibt gegebenenfalls den betroffenen Familien einen angemessenen Geldbetrag. Die Einzelheiten werden dokumentiert.
Wieso sich Human Front Aid auf die Emergency Cash Help konzentriert
Die Nothilfe ermöglicht den Betroffenen, schwierige Zeiten zu überstehen und sich dringend benötigte Produkte und Dienstleistungen selbst zu beschaffen.
Damit ist nicht nur die Effizienz der Hilfe optimal, auch der ukrainischen Wirtschaft wird dadurch geholfen – und Ihre Spenden werden innert Tagen oder Wochen eingesetzt.
Jede Spende rettet Leben.
Rückblick & News 2024
Es war für die Ukraine wieder ein schwieriges Jahr an der Front. Russland hat im Osten einige Dörfer erobert und übte stetig starken militärischen Druck aus.
- Seit Kriegsbeginn ist Human Front Aid steuerbefreit und mittlerweile im Handelsregister eingetragen.
- Immer mehr Schweizer Politiker und aktuelle oder ehemalige Hilfswerkverantwortliche, wie Nationalräte Reto Nause und Matthias Aebischer, sind von den Aktivitäten der Human Front Aid sehr beeindruckt und unterstützen das Hilfsprojekt.
- Bänz Margot wurde von der Wirtschaftsabteilung von Odesa eingeladen und für seine herausragende Arbeit gewürdigt.
- Ein starkes Zeichen der Unterstützung war das durch Werner Schmitt organisierte emotionale Benefizkonzert für Human Front Aid, mit ukrainischen Starmusikern wie Oleh Kaskiv, im Yehudi Menuhin Forum in Bern.
- Im Patronat vertreten waren u.a. der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried und die Botschafterin der Ukraine in der Schweiz, Iryna Venediktova.
- Das neue Nebenprojekt Cash for Food ist entstanden: regelmässige finanzielle Unterstützung von bedürftigen Familien für die Beschaffung von Grundprodukten wie Nahrungsmittel oder Medikamente (1000 Hrywnja oder CHF 22).
- Finanzierung einer wöchentlichen Gassenküche für Armutsbetroffene.
- HFA hat dank den mobilen Einsatzteams die Hilfe an die nahe der Frontlinie zurückgebliebenen Menschen verstärkt.
- HFA hat in Odesa mehrere Spitäler, psychiatrische Kliniken und Kinderhilfsprojekte für binnenvertriebene Familien oder andere Kriegsbetroffene mit Betreuung und psychologischer Versorgung unterstützt.
- Dankesschreiben für Spender mit herrlichem Borschtsch-Suppen-Rezept mit Zeichnung von Maria aus Mariupol
- Jeder Krieg hat ein Ende: HFA gibt hunderten von Leidendenden Hoffnung zum Überleben.
Ein paar Zahlen dazu
- 5855 kriegsbetroffene Familien – geschätzt 15'000 bis 20'000 Menschen - konnten sich seit Kriegsbeginn dank der individuellen Emergency Cash Help unter anderem die ihnen notwendigsten Produkte kaufen, eine Notunterkunft finanzieren oder medizinische Versorgung erhalten.
- Der Gesamtbetrag der geleisteten Hilfe beträgt fast 15'000'000 Hrywnja (etwa CHF 320'000.–).
- Knapp 60% der geholfenen Familien/Personen waren Binnenflüchtlinge (IDP – Internally Displaced People). Die weiteren 40% Menschen aus der Frontregion oder andere Kriegsbetroffene.
- Der Verwaltungskostenanteil der 2024 erhaltenen und bis Ende Jahr eingesetzten Spenden betrug etwa 4%.
- Dank der Gassenküche wurden 2024 über 8'000 Portionen von warmen Gerichten besonders armen Menschen übergeben
- Im Januar 2025 hat HFA innert ein paar Tagen (14.-17.01.) etwa CHF 80'000.– in Form von direkter Nothilfe Emergency Cash Help eingesetzt. Damit wurde um die tausend Familien geholfen.
Konkrete Beispiele:
eine alleinstehende 83-jährige krebskranke Frau, deren Haus in der Frontregion komplett zerstört wurde;
ein invalider pensionierter Mann, dessen Frau getötet worden ist;
geflüchtete Familien mit Kindern mit Down-Syndrom;
Soldaten in Rehabilitation in einem Spital – davon ehemalige Kriegsgefangene.
Wegen begrenzten finanziellen Mitteln konnten wir leider nicht noch mehr bedürftigen Menschen helfen.
Beispiele
Einige betroffene Familien, welche im Krieg ihr Zuhause verloren haben und nach Flucht nach Odesa von Human Front Aid Nothilfe erhalten haben:
Das Kind einer Familie, die in der Region von Donetsk lebt, ist im Krieg verletzt worden. Sie sind zuerst nach Bachmut geflüchtet, wo dann der Ehemann auch durch eine Rakete verletzt worden ist.
Eine alleinerziehende Mutter aus der Region von Cherson, das Kind wurde durch eine Rakete traumatisiert und spricht seither nicht mehr.
Eine Familie mit Sohn, welcher in Cherson bei einem Raketenangriff ein Auge und einen Teil des Gehirns verloren hat und dringend medizinische Versorgung benötigte.
Ein Paar, beide invalid, das im besetzten Gebiet gelebt hat: die russischen Soldaten haben ihnen alles gestohlen.
Eine alleinstehende schwangere Frau, welche nach Zerstörung ihres Hauses aus Lugansk geflüchtet ist.
Pläne und Voraussichten für 2025
Noch einmal möchten wir uns für die bisher erhaltenen, und im Voraus für die noch zu kommenden Spenden bedanken, dank welchen wir unsere Arbeit weiterführen und ausbauen können, um den unermesslichen lokalen Bedürfnissen näher zu kommen.
- Weiterführung des Nothilfe-Projekts Emergency Cash Help in Odesa. Bedürfnisse: mindestens 5000-7000 Familien pro Monat (CHF 400'000 - 600'000.–).
- Weiterführung und Erweiterung der Nothilfe für Menschen in der Nähe der Frontlinie. Bedürfnis: CHF 200'000 - 400'000.– pro Monat.
- Erweitern des Projekts Cash for Food zwecks der längerfristigen Abdeckung der Ernährungsbedürfnissee von Kriegsbetroffenen. Bedarf: Minimum 3000 Personen/Familien (ab CHF 65'000.–) pro Monat.
- Weiterführung und Erweiterung (mehrere Standorte, tägliche Aktivität) des Projekts Gassenküche. Bedürfnis: CHF 4'000 - 5'000.– pro Monat.
- Unterstützung von im Krieg verletzten oder traumatisierten Soldaten.
- HFA wird weiterhin flexibel sein, die Lage beobachten, sich ständig an die Realität anpassen und den Kriegsopfer die Nothilfe auf effiziente Weise leisten. Bedürfnisse hat es in der Ukraine leider noch genügend für verschiedene zusätzliche effiziente Nothilfeprojekte.
Bei Fragen stehen wir gerne per Telefon und Mail zu Ihrer Verfügung.
Bänz Margot und Team Human Front Aid
Kontakt & Spendekonto
IBAN
CH90 0023 5235 3080 4540 J
Human Front Aid
Schifflaube 34
3011 Bern
Schweiz
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