Originaler Beitrag: https://www.derbund.ch/adolf-ogi-petition-fordert-den-alt-bundesrat-als-ukraine-vermittler-571755060621
Bundespräsident Guy Parmelin soll den Alt-Bundesrat als Vermittler nach Moskau schicken – dies fordert eine Petition des Berner Hilfswerks Human Front Aid.
In Kürze:
- Eine Petition fordert Bundespräsident Guy Parmelin dazu auf, Alt-Bundesrat Adolf Ogi als Vermittler im Ukrainekrieg einzusetzen.
- Ogi soll die Präsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj inständig bitten, den Krieg zu beenden.
- Ogi selbst bezeichnet ein offizielles Verhandlungsmandat des Bundesrats als unrealistisch, aber es gehe darum, dass die Menschen über ein Ende des Krieges nachzudenken begännen.
Der Berner Bänz Margot hat sich der Hilfe für die zivilen Opfer des Krieges in der Ukraine verschrieben. Mit seinem Hilfswerk Human Front Aid leistet er seit Beginn der Vollinvasion Russlands finanzielle Hilfe für Menschen, die durch Raketen- und Drohnenangriffe ihr Obdach verloren haben.
Margot lebt den grössten Teil des Jahres im Südosten der Ukraine, wo er mit seinen ukrainischen Helferinnen und Helfern stationiert ist. Im Patronat seiner Organisation sitzen einige Berner Prominente wie der Rapper «Baze», Nationalrat Reto Nause (Mitte), Ex-Regierungsrätin Beatrice Simon (Mitte) oder die Berner Gemeinderatsmitglieder Matthias Aebischer (SP) und Alec von Graffenried (GFL).
Nun macht der im Berner Mattequartier aufgewachsene Margot einen überraschenden Vorschlag: «Die grösste humanitäre Hilfe wäre ein Ende des Krieges», steht in einer Petition, die er gemeinsam mit dem ehemaligen Vizekanzler und Bundesratssprecher Oswald Sigg lanciert hat.
Darin wird Bundespräsident Guy Parmelin (SVP) aufgefordert, Alt-Bundesrat Adolf Ogi (SVP) den Auftrag zu erteilen, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Gespräch zu suchen. Ogi soll die Staatschefs «inständig bitten», den Krieg in der Ukraine zu beenden, um einen «gerechten und dauerhaften Frieden» zu ermöglichen. Mit seinem menschlich-direkten Kommunikationsstil hatte Ogi einst bewiesen, dass er den Mächtigen der Welt auf Augenhöhe zu begegnen vermag.
Ogi begrüsst die Forderung grundsätzlich. Zugleich wird am Telefon aber auch eine gewisse Zurückhaltung deutlich. «Es ist natürlich unrealistisch, dass der Bundesrat mich mit einem entsprechenden Verhandlungsmandat versehen wird.» Aber vielleicht bringe die Petition die Leute zum Nachdenken darüber, dass man «Wege zur Beendigung dieses Krieges suchen muss», so Ogi.
Adolf Ogi in der Warteschlange mit Putin
Kurz nach Beginn der Vollinvasion Russlands in der Ukraine habe er vorgeschlagen, dass der damalige Papst Franziskus als moralische Instanz zwischen der Ukraine und Russland vermitteln solle. Eine ähnliche Initiative könnte heute doch auch von dessen Nachfolger, Papst Leo XIV., ausgehen.
Ogi war in den Jahren 1993 und 2000 Bundespräsident. Im Jahr 2000 lernte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin am UNO-Millenniumsgipfel kennen, der vom 6. bis 8. September in New York stattfand. Bei einer Einladung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton sei er aufgrund des Anfangsbuchstaben seines Nachnamens in der Warteschlange direkt vor Putin gestanden.
«Ich habe mit Putin über Sport und Olympische Spiele gesprochen», sagt Ogi. Mit dem Ende seiner Amtszeit als Bundespräsident Ende 2000 trat der SVP-Politiker aus dem Bundesrat zurück und wurde UNO-Sonderberater für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden.
Harzige Unterschriftensammlung
Die Unterschriftensammlung für die Petition von Human Front Aid verläuft bislang aber offenbar eher harzig, wie von Oswald Sigg zu erfahren ist. «Wir wissen nicht, ob diese Petition den gewünschten Erfolg haben wird», steht auch auf dem Unterschriftenbogen zu lesen. Aber vielleicht könne man «einen kleinen Beitrag leisten, damit Frieden möglich wird».
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